Bootshafen Kiel

Dezember 2015 – Wer hat ihn gesehen? Erinnert stark an Weihnachten. Was? Na, der Baum. Sei er noch so klein – er ist da. Besser als nicht mehr da, wie größtenteils in der Stadt. Zum Beispiel am Berliner Platz bzw. Bootshafen, hier stand früher noch ein zweiter Baum auf der Wasserseite des Bootshafens. Das waren noch weihnachtliche, fast schon himmlische, Zeiten (das Foto hänge ich mit an). Heute? Fehlanzeige! Stattdessen ein geometrisches Etwas, das seit Jahren einen Weihnachtsbaum symbolisieren soll. Aha. Ich frage mich, bei welchem Betrachter da eine warme, festliche, liebliche, familiäre Note aufkommen soll. Aber vielleicht interpretiere ich das auch befremdlich falsch. Kann ja durchaus sein. Zurück zum diesmonatigen Bild des Baumes, äh Monats. Die Wolken rechts und links am Horizont stabilisieren das Ganze. Der Steg links gibt die Hauptführung vor, während die Sichtachse im Großen Kran endet. Den hochobenstehenden Baum sieht man erst später. Aber besser als gar nicht. Einen weiteren Vergleich verkneife ich mir mal und wünsche dennoch augenscheinlich vergnügliche Feiertage, ohne störende geometrische Etwase.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 2 Minuten bei Blende 16.
0.6 Grauverlaufsfilter (Hard). Fuji Provia 100.

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Holtenau

November 2015 – Ob man es glauben mag oder nicht: Das Motiv habe ich tatsächlich im November aufgenommen, sprich im November 2014. Ist mir in den vergangenen Jahren des Öfteren vor die Linse gekommen. Statt Nieselregen im Trüben mit ab und an schneeigem Treiben satte Farben in Gelb, Grün, Bronze oder Rost. Wenn ich den Faden weiterspinne: Was geschieht dann mit der 10? Wird der Oktober zum September? Wenn ja, was ist mit dem September? Das ließe sich zurück bis in den Januar deklarieren. Wurscht, bringt auch niemanden weiter. Nun wird also langsam aus dem Monat mit der höchsten Selbstmordrate ein harmonischer Softiemonat oder was? Und nein, VW ist nicht daran schuld. Was mich mehr nervt ist die Frau, die auf der Bank sitzend genau den Mülleimer im Gesicht hat. Schon vorher bemerkt? Die rückte da partout nicht weg. Also dachte ich mir, die Gänse vorne rechts im Bild sind mir wichtiger als die Mülleimerbank. Das ganze Ding nervt aber was man nicht aus dem Bild bekommt, sollte man einbauen. Aufgepasst: Versteckte Regel. Lässt sich dagegen eine Regel aus dem Monatstausch ableiten, sozusagen einen New-November? Fehlt nur noch, dass das Oktoberfest demnächst im November beginnt. Aber das fängt ja eh schon im September an. So ganz ehrlich ist das aber auch nicht.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 1/2 Sekunde bei Blende 22. 0.3 Grauverlaufsfilter (Hard) plus Polfilter. Fuji Velvia 50.

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Murmannsteg Kiel
September 2015 – Total total. Eine Panoramakamera macht Sinn. Mehr als einmal erfuhr ich, dass es durchaus sinnvoll ist, in einer Totalen zu denken. Mit anderen Worten: Breit denken. Ja, das macht tatsächlich Sinn. Der ein oder andere unbedarfte „Kamera(steigbügel)halter“ denkt jetzt, dass Totalen einfach seien. Sind sie vielleicht auch, aber nur im Steigbügelkopf. Spannende Bildaufbauten sind nicht total schwierig aber mitunter schwammig. Es gilt eine, nicht nur in der tiefen Tiefe sondern auch in der breiten Breite, funktionierende Perspektive zu finden. Der Murmannsteg am Hindenburgufer (oder heißt das jetzt blödsinnigerweise anders?) ist so ein Fall. Unten nah dran, ist was anderes als oben weiter weg. Hier oben muss man mehr nachdenken und bauen und schieben und rücken, bis das Stativ an der richtigen Stelle steht. Der Rest ist rechnen. Gute vier Blenden Unterschied verlangen nach einem dreifachen Verlaufsfilter und eine mittlere Belichtung auf das Grün. Total einfach. Oder?

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 1/4 Sekunde bei Blende 22. 0.9 Grauverlaufsfilter (Soft). Fuji Velvia 50.

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Schilksee Yachthafen
August 2015 – An dem Abend war ich auf dem Rückweg von irgendwo, keine Ahnung mehr, schätze mal Flensburg oder so. Das Wetter sah nicht allzu vielversprechend aus, dennoch machte ich einen Schlenker Richtung Schilksee. Kaum angekommen, brach die Sonne durch die ansonsten dicken Wolken und machte das was eine Sonne so im allgemeinen macht: Scheinen. Wärmen. Licht erzeugen. Da es ja keine Zufälle gibt, gingen ein paar Jugendliche ins Wasser. Deren und das Glück des Fotografen war damit komplett. Und das Beste an dem Motiv? Alles real. 100% Photoshop free. Ich war selbst vor Ort, ebenso wie Regenbogen, Schiffe, Badende und Sonne. So macht fotografieren Spaß.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 0,5 Sekunde bei Blende 22. 0.3 Grauverlaufsfilter (Hard). Fuji Velvia 50.

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Schilksee
Juli 2015 – Die Vergänglichkeit eines Augenblicks ist den meisten Mitbürgern weithin geläufig. Augenfällig wird diese Redensart bei Aufnahmen wie dieser. Wenn ich provokant wäre, würde ich sagen, dass ich diese Aufnahme nicht gemacht hätte, wenn ich auf’m Smartphone rumgespielt hätte. Würde ich sagen, dass ein Augenblick, so wie der Name schon versinnbildlicht (Augen&Blick), schneller vorbei sein kann, bevor ich hochgucken und meine Augen sortieren kann. Würde ich sagen, dass ich gegen solche Versuchungen zwar nicht abhold wäre und daher immer ein halbes Auge auf meine mich umgebende Umgebung richte. Wie so oft, war es das letzte Bild des Tages, das am Besten passte. Da bin ich nicht der einzige, dem das auffällt. In der Regel arbeitet man sich an sein Motiv heran. Kommt mit jeder Aufnahmen ein, zwei Schritte näher, bekommt ein Gefühl für die Situation, bekommt einen abgewandelten HCB (Henry Cartier Bresson) Spruch: „Wenn das Bild nicht gut ist, hast du nicht lange genug gewartet“, in den Sinn.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 2 Sekunden bei Blende 22. 0.3 Grauverlaufsfilter (Hard). Fuji Velvia 50.

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Sea King Landeplatz Kiel
Juni 2015 – Ein gesperrtes Gelände, das zufällig geöffnet war. So könnte man das unfreiwillige Malheur beschreiben, das sich im vergangenem Sommer ereignete. Nach der Öffnung des MFG-5 Geländes, blieb der Teil am Wasser offen. Die Verantwortlichen vergaßen schlichtweg die Zäune aufzustellen. Für wenige Tage konnten Neugierige so direkt auf dem ehemaligen Sea King Landeplatz ein bis dato unbekanntes Stückchen Kiel entdecken. Auch Fotografen. Als ich am übernächsten Morgen (natürlich kurz vor Sonnenaufgang) noch einmal dort fotografieren wollte, stand ich vor besagtem Zaun – diesmal geschlossen. Da um diese Zeit erstaunlicherweise doch recht wenig Verkehr ist, wunderte ich mich über das Motorengeräusch. Es war einer der Sicherheitsmänner, die patrouillierten. Den hielt ich an und fragte, warum das Gelände, obwohl vorher noch offen, nun abgesperrt war. Vergessen, die schlichte Antwort. Was soll man dazu auch noch mehr sagen, außer das man Kiel so einiges erleben kann….

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 4tel. Sekunde bei Blende 16. Polfilter & 0.3 Grauverlaufsfilter (Hard). Fuji Velvia 50.

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Bild des Monats Mai

Mai 2015 – Was soll ich noch über Raps schreiben? Ein verdächtiges Kuriosum, würde ich mal meinen. Auf der einen Seite kann ich die gelben Grazien nicht mehr sehen, auf der anderen Seite begeistern mich gelbe Landschaften, am Besten bis zum Horizont, wie hier in Marienfelde. Selten habe ich an dieser Stelle zusammenhängende Rapsfelder gesehen. Oft genug sind sie mit Wiesen oder Äckern unterbrochen und sehen so wie ein gerupftes Huhn aus. Nicht so im vergangenen Jahr an Kiels Küste. Eine Fläche – eine Farbe. Jedes Jahr renne ich immer wieder los. Die nur ca. drei Tage dauernde Vollblüte wird mit allen Mitteln in den eh schon vollen Terminplan geradezu gestopft, um Gelb zu sehen. Wahnsinn, was die Farbe mit einem alles anstellt. Nach dem doch eher trüben Winter sehen wir die eigentliche Alarmfarbe Gelb mit eher frühlingshaften Augen. Ein visuelles Vitamin B sozusagen. Oder doch eine Droge? Ob man Raps auch rauchen kann?

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 15tel. Sekunde bei Blende 22. 0.3 Grauverlaufsfilter (Soft). Fuji Velvia 50.

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Bild des Monats April

April 2015 – Von dem was ich immer „predige“, ist in dieser Aufnahme wenig vorhanden. Kein vernünftiger Bildaufbau. Eher schon unvernünftig, wenn ich mir das Chaos aus Hintergrund, Mitte und vorderem Drittel anschaue. Hinten ein Gewusel an Kränen und Hallen. In der Mitte eine Mitte, die inexistent ist und ein Vordergrund, der aus Geländer, Masten und Schiffen besteht. Na Klasse. Platt drauf gehalten, würde ich mal sagen. Aber eben nur fast. Wenigstens ein bisschen Ordnung in die Unordnung bringt der Steg, der sich seinen Weg nach hinten bahnt. Des Weiteren beachte man bitte die beiden Geländer rechts und links vorne, die dem Ganzen etwas Halt und Geometrie verleihen und, auf der linken Seite im Hintergrund, Kran und Leuchtmast. Die beiden Ingredienzien, die eine ansatzweise Tiefe im Bild andeuten. Zur Abwechslung mal was Gutes an dem Bild: Beeindruckend ist die immense Tiefenschärfe, die das Objektiv liefert. Gut erkennbar an dem Geländer. Vieles in der Aufnahme geschieht auf einmal, was normalerweise vermieden werden sollte. Ebenso der Himmel, der das Bild kleiner macht. In der Regel ist es umgekehrt. Sag ich doch.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 1 Minute bei Blende 22. 0.6 Grauverlaufsfilter. Fuji Provia 100.

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Bild des Monats März

März 2015 – Ein Januarmorgen. Erst kalt. Angenehm leer. Und dann warm. Die Sonne wärmte von hinten nicht nur meinen Rücken, sondern auch die Kiellinie. Meistens ist die ja aus photographischer Sicht nicht allzu spannend, aber an diesem Morgen überraschte sie mich auf grandiose Weise. Mal wieder. Ich war eigentlich schon auf dem Rückweg, als mein Bauch mir zu verstehen gab, dass ich doch noch mal warten sollte. Der Himmel komplett zu, mein Instinkt weit offen. Also blieb ich. Vor allem bei einer nördlichen Windrichtung, die die Chance auf das allererste, seidenweiche Licht des Tages gewährt. Zum Glück bot sich die Villa am Hang auf der linken Bildseite erstens als Begrenzung an, und zweitens um dem Bild den Drive nach hinten vom Hang herunter zu geben. Auf der rechten Seite rahmen die Bootsstege die Aufnahme. Und mit etwas Glück entdeckt man die Möwe. Ihr Name? Lady Luck.

Fuji GX 617. Objektiv: 90mm. Belichtung: 1 Sekunde bei Blende 16. 0.6 Grauverlaufsfilter. Fuji Velvia 50.

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Bild des Monats Februar

Februar 2015 – Was macht eine Seebadeanstalt ohne Wasser? Nicht viel. Hauptsächlich nur so daliegen und die Winterstürme abwettern. So geschehen im Januar als mehrere Tiefdruckgebiete das Wasser aus der Kieler Förde drückten. Bis so etwas geschieht braucht es tagelangen Sturm, am Besten in Orkanstärke. Und zapp ist das Wasser weg. Der Fotograf aber hingegen ist da. Morgens vor Sonnenaufgang steht er zum Glück im Luvstau bzw. im Windschatten des Sturms, das Düsternbrooker Gehölz als natürliche Grenze bildet. Ansonsten wäre es wohl schwierig geworden, zehn Minuten zu belichten. Dagegen hilft ein superstabiles Stativ. Gegen die sich rapide veränderte Lichtsituation während der anfänglich gemessenen 30 minütigen Belichtung hilft Erfahrung. Innerhalb der Belichtung änderte sich das Licht um drei Blenden, d.h. von 30 über 15 auf acht Minuten. Da hilft auch kein Taschenrechner…

Fuji GX 617. Objektiv: 90mm. Belichtung: 10 Minuten bei Blende 22. 0.9 Grauverlaufsfilter. Fuji Provia 100.

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Bild des Monats Januar

Januar 2015 – Stimmt. Das Bild stammt nicht aus dem vergangenen Januar, denn da lag kein Schnee. Oder doch. Um genau zu sein, für einen halben Tag. Nach einer kalten Nacht waren ruhigere Gewässer plötzlich gefroren und eine dünne bis noch dünnere Schneedecke blieb liegen – bis Mittags. Meine einzige Winterschneeaufnahme machte ich sodann in Aschau, in der Eckernförder Bucht – auch noch mit sonne, kaum zu glauben. Da der zugefrorene See einen aktiven Wintereindruck hinterließ. Ansonsten war der vergangene Winter eine fotografische Katastrophe. Ganz anders dagegen die früheren Postclimatechangewinter. Schon um Weihnachten satt Schnee. Wollen wir mal hoffen, das es eines Jahres wieder mal soweit sein wird. Das Kieler Wissenschaftszentrum kam da für winterliche Architekturaufnahmen gerade recht. Erstaunlich wie gut sich ein solches extremes 3:1 Format für Architekturaufnahmen eignet.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 1 Minute bei Blende 16. 0.6 Grauverlaufsfilter. Fuji Provia 100.

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Bild des Monats Dezember

Dezember 2014 – Weihnachtliches Licht mal anders. Da Weihnachtsbäume und deren besinnliche Stimmung in Kiel in der Regel entweder am „Schmuddel-Niesel-Naseweis-Wetter“ oder an schlichtweg zu wenig romantischen Bäumen scheitern, verlegte ich meine konspirative Bildersuche mal ganz sportlich in den Sommer. Ist ja auch naheliegend oder? Licht? Vorhanden! Kerzen? Vorhanden. Baum? Nix! Schnee? Nicht vorhanden! Dicke Jacke, Handschuhe und Mütze? Auch nicht. Macht das was? Nö. Allen ein vor allem stressfreies Weihnachten ohne Geschenkemarathon, ohne Streit, ohne auf radikal-harmonisch getrimmte Gefühlsduseleien, ohne Ansprüche an schwierige Schwiegereltern. Weihnachten bedeutet vor allem eins: Ruhe. Innerlich als auch äußerlich. Oder fragen Sie Ihren Weihnachtsmann oder sonstiges heiliges Oberhaupt.

617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 8 Sekunden bei Blende 22. 0.6 Grauverlaufsfilter. Fuji Velvia 50

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Bild des Monats November

November 2014 – Höchste Selbstmordrate im November? Nicht bei uns an der Küste. Wohl auch, weil sich der November immer mehr zum Oktober entwickelt. Während uns vor zwei Jahren im November schon Schnee heimsuchte, verliefen der vergangene und der jetzige eher sehr mild. Die meisten Blätter hängen noch an den Bäumen, es ist mild und feucht und nicht feucht und kalt. Bald hängen die Bäume noch zu Weihnachten voll und damit meine ich kein Lametta. Na gut, Mülleimer müssen nicht unbedingt ins Bild (es sei denn man ist jung. Das Ganze nennt sich dann schwungvoll Junge Fotografie). In diesem Fall muss man ihn in Kauf nehmen. Wenn man etwas nicht aus dem Bild bekommt, dann muss man es einbauen. Da ich meine Aufnahmen nicht manipuliere, bleibt das Ding wo es ist. Interessanter finde ich die Bank rechts daneben. Je nach Monitorqualität kann man die nervenaufreibende Durchzeichnung des Objektivs bewundern. Selbst die Sitzfläche ist noch sichtbar. Da das Bild eh recht dunkel ist, konnte ich ohne allzu große Selbstzweifel den Himmel ordentlich abdunkeln. So bildet das Dunkle eine ringförmige Schlaufe, die oben links beginnt und unten links endet. Schwarz aber schwungvoll.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 15 Sekunden bei Blende 22. 0.9 Grauverlaufsfilter. Fuji Velvia 50

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Bild des Monats Oktober

October 2014 – Ich bin ja nun eher häufig als selten an der Kieler Förde unterwegs aber solch ein Morgen mit diesem grandiosen Licht ist doch eher selten. Hier haben wir einen klassischen Fall von kreativem Einsatz eines Grauverlauffilters. Normalerweise wird der waagerecht über dem Horizont eingesetzt, um den (meistens) helleren Himmel abzudunkeln. Tja, blöd gelaufen, wenn die Steilküste die Hälfte des Bildes einnimmt und der Filter die rechte Bildhälfte extrem abdunkeln würde. Und da man Filter so einsetzen sollte, das man deren Einsatz nicht sieht – keine wohltuende Alternative. In diesem Fall habe ich den Filter nicht waagerecht sondern senkrecht eingeschoben, so dass nur die linke Seeseite um zwei Blenden abgedunkelt wurde. Wie in jedem Bild geht es um den Ausgleich zwischen hellen und dunklen Bereichen. Ohne Filter wäre entweder der Himmel oder die Steilküste falsch belichtet worden. Dem Licht war es egal. Kurz danach stand ich im Regen. Wie so oft.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 1 Sekunde bei Blende 22. 0.6 Grauverlaufsfilter. Fuji Velvia 50

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Bild des Monats September

September 2014 – Was bleibt, ist freudvolles Erinnern. An den Sommer. An heiße Temperaturen. An warmes Wasser. An süße Gerüche. An sich selbst. Der sehnsüchtige Blick zurück bzw. in die aufgehende Sonne, die sich auf den Weg auf die Südhalbkugel begibt, verleiht diesen Gefühlen plakativen Ausdruck. Ein klassischer Bildaufbau zeigt Wirkung. Der Steg als Führung in die vermeidliche Unendlichkeit des Sommers. Die Silhouette des gekranten Motorboots und letztlich die des Frachters in ebendieser Flucht sind die Fixpunkte der unsteten Jahreszeiten. Ebenso unstet wie unser Erinnern.

Fuji GX 617. Objektiv: 90mm. Belichtung: 4 Sekunden bei Blende 22. 0.6 Grauverlaufsfilter. Fuji Velvia 50

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Bild des Monats August

August 2014 – Die Aufnahme spiegelt die momentane Wetterlage an der Kieler Ostseeküste wider. Morgens dunstig, abends dunstig. Dazwischen grelle Sonne. Mit mehr oder weniger Wolken. Oder irgendwas ähnlichem. Nix halbes und nix ganzes. Mit etwas Aufwand findet man diese glorreichen Sekunden, die das fruchtlose und furchtbare Fotowetter ad absurdum führen, die zur früher oder eben später Stunde Himmel und Wasser zu einem ähnlichen Anachronismus verschmelzen lassen, wie tagsüber gewitterähnliche Wolken und schwitzender Wahnsinn. Lüsterne Luftfeuchte, die dennoch keine erlösenden Gewitter bringt. Einzig der Nordost hämmert mit weiße Schaumkronen übers Wasser, um in der Stadt im windlosem Raum zu stehen. Ich verstehe weder Wetterlage noch Wetterbericht, aber ich muss ja nicht alles verstehen.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 8 Sekunden bei Blende 22.
0.6 Grauverlaufsfilter. Fuji Velvia 50.

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Bild des Monats Juli Salzwiesen

Juli 2014 – Im Marlowski-Interview nach meinen Lieblingsplätzen gefragt fielen mir nur der Alte Botanische Garten und die Steilküste ein. Die Laboer Salzwiesen im Sonnenaufgang reihen sich dennoch naht- und neidlos in meine Liste ein. Entzückung allerorten könnte ich skandieren, aber nur wenn das Licht stimmt. Im Grunde herrscht ebendieses relativ selten vor. Wenn ich 12 sehr gute Motive im Jahr aufnehme, war es ein gelungenes Jahr. Für den Aufwand den ich oder andere Landschaftsfotografen betreiben ist das verschwindend gering. Lichttrunkende Fotografen wissen wovon ich rede. Anstrengenderweise muss man bei wirklich fotografisch-sadistischem Licht losfahren, um die Chance auf eine Hammeraufnahme zu wahren. Mehr als die Hälfte der Zeit komme ich denn ohne Aufnahme aber mit einem neuen Motiv im Hinterkopf zurück. Fragen hin, Antworten her.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 1 Sekunde bei Blende 22. 0,6 Grauverlaufsfilter. Fuji Velvia 50.

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Kieler Panorama - Bild des Monats Juni

Juni 2014 – Ich gebe zu, das sind die Momente in denen ich weiß, warum ich früh aufstehe. Sehr früh teilweise. Nicht nur, weil ich alleine bin. Vor allem dieses mancherorts schon liquide Licht zieht mich geradezu magisch an. Irgendwo las ich irgendwann ein Interview mit einem Landschaftsfotografen. Sinngemäß gab er zu Protokoll: „Noch schlimmer als das frühe Aufstehen ist das schlechte Gewissen liegengeblieben zu sein.“ Was soll ich dazu noch sagen? Nix. Sinnieren könnte ich noch –wie des Öfteren- über Geräusche und Gerüche. Protzende Sing- und Seevögel. Dumpfes, vom Meer gedämpftes Brummen des Schiffsmotors. Feuchter Algengeruch. Ein hüpfendes Fotografenherz. Das leise Laufen des Auslösers. Geräuschlose Lichtspuren auf dem Wasser, die plötzlich im Nichts enden. Das ist Frieden. Der Tag beginnt zu atmen. Da fällt mir ein Filmtitel aus den 1970er-Jahren ein: „Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“. Morgens um 5:00 erst recht.

Fuji GX 617. Objektiv: 90mm. Belichtung: 5 Minuten bei Blende 22. 0.6 Grauverlaufsfilter. Fuji Provia 100.

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Bild des Monats Mai

Mai 2014 – Satte Farben auch ohne Polfilter? Ja, das geht. Vor allem im später Frühjahr bis in den Frühsommer hinein, wie hier in Suchsdorf vergangenes Jahr. Sehen sie das Grün? Das Gelb. Das Blau? Drei Komplementärfarben par excellence. Dieses Grün wird nie wieder diese Intensität haben wie um diese fröhliche Jahreszeit (ab Juni ist es schon ausgeblichen und erhöht seinen Cyan/Grauanteil). Fast Neonfarben, fast unwirklich, fast erschreckend grünt es derweilen daher. Vielleicht ist das Grün der eigentlich Grund für das Gelb. Zumindest für dessen Wirkungsweise. Denn der Raps würde bei weitem nicht so intensiv wirken, wenn das Grün weniger Grün wäre. Da fällt der blaue Himmel schnell hinten rüber. Vor allem dann, wenn –wie so oft an der Küste- eine ermüdende Diesigkeit in der Luft liegt. Wolken samt Wolkenschatten spiegeln das abenteuerliche Wirrwarr am Himmel und damit auch am Boden wider. Der Kontrast kommt also eher selten aus Blau. Eher aus Grün. Ist Grün damit wichtiger als die anderen Farben? Zu dieser Jahreszeit würde ich das so sehen. Psychologisch über Jahr verteilt, ist aber Rot die Farbe der Farbfotografen. Keine andere erzeugt soviel Aufmerksamkeit. Oft genügt schon ein  roter Rucksack, ein rotes Zelt oder rote Jacke. Das kongeniale Highlight wäre wohl ein rotes Auto am Straßenrand. Aber man kann ja nicht alles haben. Als Fotograf mit Farb- und Formensinn schon mal gar nicht. Wenn aber das Grün das Gelb so zum Leuchten bringt braucht es mitunter kein Rot. Höchstens ein Blau.

Fuji GX 617. Objektiv: 90mm. Belichtung: 0,5 Sekunde bei Blende 32. 0,6 Soft Grauverlauffilter.

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Bild des Monats April

April 2014 – Wer würde diese Idylle in Schilksee erwarten. Dabei muss man nur auf die andere Straßenseite schauen. Der kühle Morgen wird durch den leichten Nebel im Bildhintergrund bestärkt, anscheinend war ich etwas zu spät dran, ansonsten wäre der Nebel wabbernder im Bild. Macht aber nix, so ein Nebelhauch macht die Sache spannender. Leider hatte ich ausgerechnet an diesem Morgen meine Gummistiefel (Wellys) nicht mit. Nachdem ich erst durch’s sehr nasse Nachtgras schlich, dann an dem kleinen Fließ entlanghangelte und schließlich verbotenerweise auf einem Privatgelände stand, konnte ich nicht ohne eine Aufnahme zurück. Wie immer auch hier die Entscheidung was man will. Schatten sind eben Schatten, da gibt’s kein Gemaule. Da man in der Regel, außer bei Schwarzweißfilmen (es sei denn man belichtet nach dem Zonensystem), auf die hellen Stellen belichtet, blieb dem Schatten auch gar nichts anderes übrig, als seinem Dasein als dunkler Fleck zu frönen. Wasser spiegelglatt, das das Bild nach unten öffnet, leuchtendes Schilf, das als Führung durch die Aufnahme dient, der gelbe Raps als Endpunkt im Bildhintergrund. Die perfekten Bedingungen für den Fuji Velvia 50. Satte Farben, feines Korn und ein zufriedener Fotograf auf nassem, glitschigen Untergrund. Das Ergebnis waren nasse Schuhe, nasse Strümpfe und sogar nasse Füße. Was soll’s, für diese Idylle…

Fuji GX 617. Objektiv: 90mm. Belichtung: 1 Sekunde bei Blende 32. 0.6 Soft Grauverlaufsfilter.

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Kiel Bergstraße Panorama

März 2014 – Normalerweise läge jetzt Anfang März Schnee. Normalerweise gibt es aber nicht mehr. Wenn es das aber dennoch gäbe, wären der Jahreszeit angepasste Aufnahmen wohl eher möglich als im Zwischenreich von Winter und Frühling. Kein Schnee, keine blühenden Bäume, keine Krokusse oder wenn auch schmächtigen sonstigen Frühlingsboten. Die Unterschiede zwischen oben und unten sind zu eklatant. Während sich oben am Himmel tolle Farben präsentieren fehlt in unteren Hälfte, also am Boden, so nahezu alles. Alles ist Grau, Braun, matschig-Grau, matschig-Braun, Braun-Grau, ein bisschen fahles Grün, ein zurückhaltendes Beige. Eine gute Aufnahme aber besteht aber aus beiden Teilen, sagen wir wie ein Cheeseburger, den würden Sie ja auch nicht ohne Deckel essen (na ja, den ein oder anderen wird es schon geben, aber das will ich nicht eingehender thematisieren). Himmel und Boden müssen eine Einheit bilden, was bei diesen jahreszeitlichen Wetterkapriolen sehr schwierig ist. Was bleibt ist eine lange Belichtungszeit in der blauen Stunde. Da gibt es kein Grau, kein Braun und kein matschig – nur intensive und spektakuläre Farben. Geht also auch ohne Drogen. So kann diesen extrem nervtötenden und belanglosen Bedingungen noch etwas Interessantes abgewinnen. Leider nur während der Winterzeit, aber normalerweise liegt während dieser Zeit ja auch Schnee.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 1 Minute bei Blende 22.
0.6 Soft Grauverlaufsfilter.

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Bild des Monats Februar

Februar 2014 – Nein, weder Monitor-, Druck- noch Augenproblem; die Aufnahme ist Schwarz/Weiß. Bevor nun einer auf den Gedanken kommt, ob das eine Farbaufnahme in nachträglicher BW-Umwandlung sein könnte: NEIN. Da bieten sich heutzutage so einige Programme an, wie DXO Film Pack oder NIK Silver Efects. Beides effektiv, keine Frage, aber authentisch? Diese Frage treibt mich dieser Tage um. Wie authentisch ist eine digitale Aufnahme? In dem Augenblick des Auslösens bestimmt, auch noch im Augenblick des Umwandelns via Computer? Auch dann noch, wenn man per Definition an die Frage herangeht, also die Frage nach der Echtheit im Sinne des Originals bzw. der Übereinstimmung der Wahrnehmungen des unmittelbaren Scheins und des eigentlichen Seins? Wohl kaum. Um die Sachlage mit Hilfe von Existenzphilosophie oder archäologische Authenzität nicht weiter zu verkomplizieren, beziehe ich mich mal auf die Informatik. Hier nennt sie sich Authentifikation, also der Nachweis des Datenursprungs. Sprich, ist bzw. was ist an der Originalaufnahme verändert worden? Digital im Grunde alles. Schwarzweiß-Aufnahmen gibt es im Grunde nicht. Im Grunde, da Leica ein Monochrom-Version der M9 und Phase One ein digitales Monochrom Rückteil auf dem Markt haben. Schwarzweiß aufgenommen, schwarzweißes Ergebnis – ohne Farbkänale, Umwandlung und sonstige Kinkerlitzchen. Demnach wäre eine digitale Schwarzweiß-Aufnahme authentisch. Aber nur mit diesem beiden Aufnahmeformaten. Sonst keine einzige. Jede Farbaufnahm dagegen schon, solange nichts verändert wird. Und da fängt’s schon an…

Nun gibt es selbst in der Gruppe der analogen Fotografen, Puristen bzw. Hardliner, die soweit gehen, das eine Mehrfachbelichtung (digitale Junkies aufgepasst: Damit kann man das in einem Bild vereinen, was ihr heute in vier, fünf Aufnahmen als HDR-Bild zusammenfügt – anderes Thema) schon nicht mehr authentisch gilt, ebenso kein zusammengesetztes Panorama. Ein berechtigter Einwand wäre indes die Frage, was von dieser analogen Authenzität in der Dunkelkammer übrigbleibt. Denn nur die eine momentane Aufnahme, in dieser kurzen Belichtungssekunde, ist authentisch. Nichts anderes.

Diese Debatten gibt es solange es die Fotografie gibt.

Ich für meinen Teil, nehme bestimmte Motive in Schwarzweiß auf, von denen ich denke, das sie in Farbe nicht wirken. Zumindest nicht auf mich. So ging es mir mit dem Passader See. Ich habe dasselbe Motiv kurz hintereinander in Farbe und Schwarzweiß aufgenommen. Puristenpreisfrage!? Ich war mir nicht so sicher, ob das Licht durch die Reflexion des halbwegs zugefrorenen Sees nicht zu hart würde und der diesig-matschige Himmel im Gegenpol dazu. Dazu eher destruktive Grünbrauntöne an Land – nicht sonderlich spannend für meine Begriffe. Ehrlich gesagt, eine typische Winterszenerie hier an der Küste: zu feucht und zu warm. Wochenlange grünbraungraue Monotonie. In Schwarzweiß –wen wundert’s- überwiegt Schwarz und Weiß. Das Matschige bekommt Konturen durchs Weglassen. Nun kann man sich höchstens über die Ausbalancierung der Grauwerte Gedanken machen. Wenn’s nur das ist…

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 8tel. Sekunde bei Blende 22.
0.3 Soft Grauverlaufsfilter. Kein BW Filter.

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Bild des Monats Januar

Januar 2014 – So sieht der Winter an der Küste aus, vor allem im Januar. In der Regel wird es erst ab Mitte Januar kalt, wenn sich winterliche Hochdrucklagen aus Russland oder Skandinavien festsetzen. Dann gibt’s Kälte, Schnee, Sonne und vorher natürlich Wolken mit Schneefall. Von Ende November bis in den Jänner hinein herrschen meistens milde Tiefdruckgebiete vor, die unser Winterwetter bestimmen.

Kein Grund seinen Kopf hängen zu lassen – auch ohne Sonne geht was. Allerdings ist es ungleich schwieriger, als wenn Sonne (auch wenn sie die Winteraufnahmen oft ins Cyan abdriften lässt) die Landschaft definiert. Der Nachmittag sah nun wirklich alles andere als vielversprechend aus, trotzdem bin manchmal gerne einfach so unterwegs, nur um draußen zu sein und die Ruhe, vorwiegend im Winter, zu genießen. Wenn man die Aufnahme hören könnte, würde man nichts hören. Nichts, nur Ruhe. Diese typische tragende, fast schon alles verschluckende melancholische Winterruhe, von der Dämmerung noch intensiviert.

Wenn die Aufnahme schon keine Töne von sich gibt, dann sollte man diese Ruhe wenigstens sehen können. Weit entfernt von den fast schon schreienden Sommerfarben, dominieren eher zurückhaltende, vorsichtige Farben. Solch eine Aufnahme leidet schnell unter zu kräftigen Farben. Sie zerstören die sensible Stimmung, als Fotograf muss da sehr aufpassen. Vor allem, wenn man mit digitalen Aufnahmetechniken unterwegs ist, Regler werden da schnell überdreht. Dann ist die Stimmung futsch. In diesen Bedingungen arbeite ich vorwiegend mit dem Fuji Provia 100, der die Farben eher zurückhaltender als der Fuji Velvia wiedergibt.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 1 Sekunde bei Blende 22. 0.6 Soft Grauverlaufsfilter.

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Bild des Monats November

Bild des Monats Dezember

Dezember 2013 – War das ein Dezember im vergangenen Jahr. Aus meiner Sicht der blanke Horror. Dies war der einzig vernünftige Abend in der Vorweihnachtszeit – ein, zwei Tage vor dem 1. Advent, danach nur noch Wolken mit Nieselregen bis Sylvester oder Nieselregen mit Wolken oder Wolken ohne Nieselregen. Aber wie sagt man so schön: Das Glück kommt zu denen die warten können bzw. die vor Ort sind. Da stand ich also nun und war mir nicht bewusst, wie „dezembereinzigartig“ diese blaue Stunde sein würde. Oft genug ist das Vorortsein der wichtigste Part beim Fotografieren. Mehr als einmal verpasse ich aussichtsreiche Wetterbedingungen, weil ich keine Zeit oder keine Lust habe. Natürlich ärgere ich mich im Nachhinein über meine Faulheit oder weil ich die Wetterlage falsch einschätzte. Also gut, zurück zum schönen Dezemberabend. Es war relativ schwierig die richtige Position zu finden, denn der Bootshafen ist im Gegensatz zu Straße/Schwedenkai sehr dunkel. So besteht die Gefahr, dass das Bild ins Ungleichgewicht kippt und nach rechts driftet. Ebenso wollte ich beide Gebäude so einsetzen, dass sie hintereinander gestaffelt stehen bzw. kein Loch im Hintergrund entsteht. Nach vielen Zentimeter-hin-und-her-geschiebe hatte ich endlich die für mich optimale Stativposition gefunden. Jetzt hieß es nur noch warten. Manches Mal muss ich nicht lange warten bis mich irgendwer anspricht. Meistens muss ich mir dann Geschichten à la „meine analoge Kamera habe ich verkauft, aber heute macht das ja keinen Sinn mehr“ oder „ach, das ist eine Panoramakamera?“ oder „früher, ja früher da habe ich…“ und schon beginnen sie zu erzählen und ich versuche mich zu konzentrieren. Denn mit Point and Shoot ist es mit meinem Gerät nicht getan. Je nachdem wie ich gerade drauf bin fallen meine Reaktionen gnädig oder eher –sagen wir mal- ungnädig aus. Im schlimmsten Fall reagiere ich extrem einsilbig – besser als  nörgeln oder? Gut, an diesem Abend schob hinter mir eine Dame ihr Rad entlang, war schon vorbei, blieb stehen und drehte sich um und fragte, was ich da denn machen würde. Wird auch gerne gefragt, neben Filmen oder Radarkontrolle. „Fotografieren“. „Ach? Und was nehmen Sie da auf? Da ist doch nichts, nur die Straße.“ „Eben“, sagte ich. Was ich damit sagen will? Oft ist es sinnvoll dort Aufnahmen zu sehen, wo andere Menschen sie nicht sehen – weil sie nun mal nicht da sind, nur vor dem inneren Auge des Fotografen.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 1 Minute bei Blende 22.

0.6 Soft Grauverlaufsfilter.

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Bild des Monats November

November 2013 – Langzeitbelichtungen haben immer etwas Unkontrollierbares – sehr erleichternd in unserer heutigen Doppelklick-Welt. Alles sofort, alles kontrollieren. Alles haben. Unvermeidbar bei solchen Aufnahmen, die NICHT aus drei oder vier verschiedenen Aufnahmen zusammengesetzt sind, ist das Ausreißen der Lichter – nicht aller Lichter, aber doch der Hauptlichter. Spannende finde ich den Schattenwurf der Ostuferbeleuchtung auf die Wasseroberfläche im Bildvordergrund. Damit hätte ich aufgrund der langen Belichtungszeit gar nicht gerechnet. Wobei wir wieder beim Unvorhersehbaren wären. So bleibt aber auch die Spannung bis beim Abholen der Filme im Labor ganz weit oben Langweilig wird’s mit analogen Filmen nie.

Fuji GX 617. Objektiv: 180mm. Belichtung: 4 Minuten bei Blende 11.

0.6 Grauverlaufsfilter.

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Bild des Monats Oktober

September 2013 – Eine diese ungeplanten Aufnahmen. Als ich nach Laboe fuhr war mehr die Hoffnung als die Gewissheit interessanten Lichtes der Antrieb. Um mal wieder eine der  geschundenen Weisheiten hervorzukramen: Das Glück kommt zu denen, die warten können. So geschah es. Obwohl wenig Wind, zog gar nicht so langsam die Front, die nach Gewitter aussah, von Süden herauf. Die untergehende Sonne färbte die Szenerie und den vorsichtigen Streifen am Horizont Magenta. Von diesem Motiv machte ich mehrere Varianten, alle zwischen 5 Sekunden und 1 Minute. Jetzt könnte man vermuten, das unscharfe Wolken (1 Minute) das Bild dynamischer machen – Fehlanzeige. Die –für mich- schönste Variante ist ebendiese.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 5 Sekunden bei Blende 16.

0.6 Grauverlaufsfilter.

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Bild des Monats September

September 2013 – Jedes Mal wenn ich einen Regenbogen fotografiere frage mich, ob ich lieber einen Polfilter nehmen sollte, damit die Farben satter werden. Das Ergebnis ohne Polfilter kann sich dennoch sehen lassen. Was im Umkehrschluss nicht heißen soll, dass es nur mit Polfilter ein vernünftiges Bild gäbe. Das wäre zu einfach. Nass werden gehört zum Beispiel auch dazu. Noch eine Brise Geduld, eine Fingerspitze Unterbelichtung (aber nicht zu viel), ein paar Leute am Strand und natürlich Möwen. Normalerweise nehme ich einzelne „Möwenstreifen“ aus dem Bild, da sie niemand zuordnen kann. Hier schon, denn es fliegen viele Möwenstreifen durchs Bild. Das versteht jeder.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 4tel Sekunde bei Blende 16.

0.3 Grauverlaufsfilter.

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Bild des Monats August

August 2013 – „Long Hot Summer“ von The Style Council. Ist aus den 90ern. Also rund 20 Jahre alt aber immer noch (oder schon wieder) aktuell. Leicht fordernder Reggaerhythmus. Als entspannter 2/4 Takter bringt er (der Song) den Sommer in die Städte, in die Wälder, auf das Meer und an die Strände. So auch in der Eckernförder Bucht in Dänisch Nienhof. Die Intensität des Lichts kurz vor Sonnenuntergang (bzw. kurz nach Sonnenaufgang) schießt mir jedes Mal direkt ins Gehirn – wie eine Droge. Könnte ich mir jeden Tag geben. Dazu dieser warme, dennoch leicht kühle und modrige Geruch der Algen. Intensiver kann man nicht fotografieren. des Erlebten: Lieber länger vor Ort an den Bildern arbeiten, als am muffigen Computer sitzen und ersticken. Oder für die Sprachpuristen unter uns: Lieber nachdenken als nachbearbeiten.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 8tel Sekunde bei Blende 11.

0.3 Grauverlaufsfilter.

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Kieler Panoramen

Juli 2013 – Das nenne ich mal Licht. Wer würde denken, dass das Bild an der Flensburger Förde aufgenommen ist. Mich erinnert das Licht eher an Südfrankreich. Der ein oder andere wird das vielleicht für die bedeutungsvolle Übertreibung eines überkandidelten Fotografen halten. Und nein, auch diesmal keine Nachbearbeitung. Neulich hörte ich sogar, dass ein Kieler Fotograf meinte, ich hätte an einem Bild (s. Newsletter September 2012) unten einfach die Wellen verlängert bzw. kopiert. Das ist interessant, ist doch genau das Gegenteil der Fall. Der Drucker hatte die Kanten nicht gespiegelt und so werden die Kanten einfach um den Rahmen herumgelegt (auf dem Druck, den besagter Fotograf hängen sah). Also fehlt sogar etwas. Zurück in den Norden. Obwohl nur rund 100 Kilometer von Kiel entfernt, spielt das intensive Licht hier in einer anderen Liga. Zum Glück.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 4tel Sekunde bei Blende 22.

0.3 Grauverlaufsfilter.

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Bild des Monats - Förde

Juni 2013 – Diesen Monat habe ich eine Aufnahme aus dem vergangenen Sommer gewählt. Nicht weil sie besonders spektakulär wäre (die besten Aufnahmen kommen meistens sehr leise daher), sondern weil es etwas sehr einfaches dokumentiert, das man auf dem Bild nicht sieht: Seinen eigenen Standpunkt suchen. Als die Queen Elisabeth einlief gab es ein großes Spektakel. Die Straßen waren voll, das Wasser war voll und die Fotografen waren voll. Voller Hoffnungen auf ein unvergessliches Erlebnis. Und was war? Alle standen am Anleger vor dem Schloss herum und traten sich auf die Füße, um alle dieselben Aufnahmen zu machen. Ich möchte den Kollegen nicht auf dieselbigen treten, da sie vom Auftraggeber oft genau diese Vorgaben bekommen. Ich war der einzige Fotograf, der auf der anderen Seite, in diesem Fall im Marinearsenal (mit spezieller Genehmigung), seine Aufnahmen machte. Für mich machte es nur Sinn, wenn „Kiels Skyline“ im Hintergrund liegt. Ich fand das logisch. Die anderen anscheinend nicht. Wie sagt man so schön: „Der Teufel scheißt immer auf denselben Haufen.“  Das richtet sich nicht an die armen Fotografenteufel, sondern an deren Auftraggeber, ab und an ein Stück Eigenständigkeit zu beweisen und das tun, was die anderen nicht tun.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 8tel Sekunde bei Blende 11.

Polfilter.

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Bild des Monats - Stein

Mai 2013 – Ich liebe diese Morgen. Kein Windhauch rührt sich, die Luft ist kühl dennoch mild, das Wasser bewegt sich nur träge – von einer öligen Schicht bedeckt. Das ist die Zeit, wir reden hier von circa 5:30 bis 6:00 morgens, in der viele der touristischen Fähren in die Kieler Förde einlaufen und erstaunlich viele Menschen ihren morgendlichen Hobbies, Walken – mit und ohne vierbeinigen Antrieb, Schwimmen – in Gruppen und einzeln, nachgehen. Ich für meinen Teil sitze gerne, nachdem das optimale Licht vorbei ist, noch so rum und lass den „lieben Gott einen guten Mann sein“. Genieße die Stille, die Luft, meine innere Ruhe. Je ruhiger ich bin desto ruhiger werden die Aufnahmen. Und ich bin sicher, dass diese meine innere Ruhe ausstrahlen. Leider auf Facebook in der popligen Auflösung bzw. Größe schlecht zu erkennen. Das Internet kann halt auch nicht alles ersetzen…

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 4tel Sekunde bei Blende 22. 0.6 Neutralgrauverlaufsfilter.

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Bild des Monats - Schönberger Strand

April 2013 – Wintersonnenaufgang in Schönberger Strand – schön ohne Schnee. Das Meer fließt in einem Teppich aus sich bewegendem Wasser an den Strand. Gut, das am Wasser in der Regel immer ein laues, manchmal auch laueres, Lüftchen weht. Das hilft natürlich beim rollenden Effekt. Die Aufnahme hat nur einen Fehler – zumindest in meinen Augen. Einen Fehler, den Sie als Betrachter nicht sehen können, da er nur faktisch vorhanden ist. Gerade als ich auf den Auflöser für die einminütige Belichtung drückte, ging die Straßenbeleuchtung aus. Ansonsten wäre der Weg zwischen Strand und der Häuserreihe mit einer Lichterkette versehen. Bis dato schaffte ich es noch nicht, die Aufnahme mit Beleuchtung zu wiederholen. Auf der anderen Seite liefert die aufgehende Sonne dezente Lichtreflexe in den Fensterscheiben. Wer weiß, ob die mit zusätzlichen Lichtern ebenso in Erscheinung getreten wären. Alles relativ eben.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 1 Minute bei Blende 32. 0.6 Neutralgrauverlaufsfilter.

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Bild des Monats - Falkenstein

März 2013 – Das ist der Beweis: auch kalte Wintermorgen können durchaus ihre charmanten Seiten haben. Zumindest wenn die Sonne wärmend und lichtflutend in meinem Rücken aufgeht. Der Angler hinter mir dickt zufrieden mit dem Kopf. Ja, die Fische beißen. Ein guter Morgen für Motive also. Die Belichtungszeit ist gerade so kurz bzw. so lang, dass das auflaufende Wasser (ja, auch die Ostseeküste hat einen Tidenhub) über die noch freiliegende Sandbank –typisch Bewegungsunschärfe- rüberläuft. Was sollte es auch sonst tun, während des auflaufenden Wassers? Die Förde-Fähre jedenfalls hält respektvollen Abstand zum Ufer auf ihrem Weg nach Schilksee an diesem wirklich schönen Wintermorgen. Nachtrag: Wer sich jetzt seinen Kopf verdreht, wann in diesem Winter die Sonne in diesem Maße morgens schien, dem gebe ich mit auf seinen Weg: Das Foto ist schon ein Jahr alt. Wie die meisten Fotos in meinem monatlichen Anzeiger.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 0,5 Sekunden bei Blende 16.
0,3 Neutralgrauverlaufsfilter.

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Kieler Panorama Seefischmarkt - Bild des Monats Februar

Februar 2013 – Das Bild ist schnell, auch wenn augenscheinlich wenig geschieht. Die Angler angeln ganz in Ruhe, gehen zum Auto, holen sich einen neuen Köder und gehen zurück an ihre Angeln. Irgendwas davon zu sehen? Nur als Schatten – so schnell bewegen sie sich. Oder so langsam. Wenn sie eine rote Lampe an ihren Mützen hätten, wären zumindest ihre Leuchtspuren zu sehen. Wie bei der Fähre, die während der Aufnahme vorbeifuhr. Was bleibt ist ihre Lichtspur und das aufgewühlte Fahrwasser, das wie zerstückeltes Eis aussieht.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 5 Minuten bei Blende 16.
0.6 Neutralgrauverlaufsfilter.

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Kieler Panoramen - Bild des Monats Moonset

Januar 2013 – Im Winter macht man selten spektakuläre Aufnahmen. Das Licht ist in der Regel ebenso gedämpft wie die Geschwindigkeit des Alltäglichen. Nur der Mond beweht sich immer mit derselben Geschwindigkeit am Himmel. Genauer gesagt, pro Minute ungefähr mit seinem Durchmesser, d.h., er ist flott unterwegs. Wenn der Erdtrabant scharf sein soll, sollte die Belichtungszeit nicht länger als wenige Sekunden ausmachen. Und was sehen Sie auf der Aufnahme? Einen leicht unscharfen Mond! Kein Wunder bei 15 Sekunden Belichtungszeit. Bewegungsunschärfe oder einfach nur unscharf? Kann jeder für sich entscheiden. Der morgendlichen Stimmung tat es keinen Abbruch. Auch hier (wie bei vielen anderen Motiven) wollte ich ein anderes Motiv aufnehmen, hier die Kieler Skyline im Morgenlicht. Stattdessen erwischte ich den Monduntergang. Danach zog es sowieso zu, so packte ich wieder meine Siebensachen und trollte mich Richtung Frühstück.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 15 Sekunden bei Blende 11.
0.9 Neutralgrauverlaufsfilter.

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Kieler Panoramen - Bild des Monats Laboe

Dezember 2012 – Wenn das nicht Weltuntergang aussieht, dann weiß ich auch nicht. Nur das Ehrenmal Laboe stemmte sich gegen die winterliche Schneefront, die die halbe Kieler Förde unter sich begrub. Ich stand in Stein und blieb zumindest einigermaßen trocken. Mich erwischten nur die Ausläufer am Rand. Nach der Aufnahme verbrachte ich die nächsten zehn Minuten hinter der steinernen Mauer (die zum sommerlichen Steg führt) auf dem Strand. Ein intensives Erlebnis, völlig allein inmitten einer Schneefront auszuharren. Zum Glück im Windschatten. Nur der Wind war zu hören. Keine Möwen, keine Hunde, keine Menschen (wie auch wenn keiner da war). Ähnlich erging es mir vor vielen Jahren in einem schweren Gewitter auf Helgoland.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 4tel Sekunde bei Blende 16. 0.3 ND Grauverlaufsfilter.

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November 2012 – Die vielzitierten (und strapazierten) Parameter Glück und Geduld sind geradezu prädestiniert für diese Aufnahme. Okay, wasser- und winddichte Kleidung hilft ungemein. Die Regenfront zog mit der Geschwindigkeit eines Formel-1 Rennwagens über die Förde, vom Kanal kommend in Richtung Probstei ab. Man beachte den Helligkeitsverlauf des Wassers, von hell bis fast schwarz, je nach Wolkendramatik. Die hellen Sonneninseln peppen das Ostufer auf. Ohne sie, würde es zu einem „schwarzen Klumpen“ verkommen. Der sichtbare Regen im Wolkenloch gibt der Aufnahme noch einmal ein bisschen Schub, das Segelbild bestätigt quasi die Dimension der Front. Noch was zur Technik: Hier ging es mal wieder darum, zwischen den extrem dunklen und hellen Partien einen geeigneten Kompromiss zu finden. Ich würde sagen: Gefunden.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 8tel Sekunde bei Blende 11. 0.3 ND Grauverlaufsfilter.

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Oktober 2012 – Da guckt der Kaiser – im Schlosspark in voller Herbstpracht. Beachtenswert ist die erst teilweise vorangeschrittene Verfärbung der einzelnen Blätter. Wie ich finde, der perfekte bildliche Übergang zwischen Sommer und Herbst. Wie immer unter großen, dicken, breiten, lichtschluckenden Bäumen, muss ein Ausgleich zwischen Sonne und Schatten her. Normalerweise würde der nachdenkende Mensch am Auslöser nun einen Verlaufsfilter über die hellen Partien „stülpen“. Leider liegt aber nur die Bildmitte im helleren Bereich – ein Filter geht aber über die gesamte Breite. Ein zu starker Filter, der vielleicht die helleren Bereiche gut abdecken würde, ließe gleichfalls die linke und rechte Bildhälfte im Dunkel verschwinden. Ergo: ein leichterer Filter und eine exaktere Berechnung zwischen Hell und Dunkel muss das Ergebnis bringen. Da freut sich selbst der Kaiser.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 8tel Sekunde bei Blende 32. 0.3 ND Grauverlauffilter.

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September 2012 – Okay, eigentlich wollte ich das Bild gar nicht machen. Vielmehr war ich zu spät. So einfach ist es manchmal. Die abziehende Regenfront präsentierte sich mit einem zugegebenermaßen wirklich imposanten Regenbogen. Leider sah ich den, als ich im Auto am Hindenburgufer längs fuhr. Leider nicht in meinem. So war ich im Grunde zu spät, als ich zurückkam. Ich wartete, um zu schauen, was sich noch so ergab. Leider zog keine weitere Front samt Regenbogen durch. Da fiel mir die Wolkenformation samt Spiegelung auf. Tiefen Kamerastandpunkt eingenommen, auf ein paar Ruderboote und ein –wenn auch kleines- Segelschiff gewartet und fertig. Gut, Windstill musste es natürlich auch sein, sonst bringt die beste Spiegelfläche nichts. Die leichten Böen im Hintergrund fallen dagegen kaum auf.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 08tel Sekunde bei Blende 16-2/3. 0.3 ND Grauverlaufsfilter.

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Bild des Monats - Marienfelde

August 2012 – Das nennt man dann wohl Entspannung – als Angler. Ich hatte ihn schon von oben gesehen und versucht ihn, in einem Bild von oben einzubauen. Sah nicht aus. Also runter – im Sauseschritt natürlich. Wie auch sonst, das Licht wartet nicht. Unten angekommen war kein Angler mehr zu sehen. Der rennt den Fischen nach wie ich dem Licht. An der nächsten fand ich ihn, alles aufgebaut wie immer. Und das Licht war weg. Kann passieren. Hauptsache, die nächste Lücke ist gleich da. War sie auch. Zack. Ein Bild. Mehr war nicht drin. Später kamen wir ins Gespräch. Ein Agenturbesitzer aus Hamburg, der an der Küste versucht, dem Stress zu entkommen. Mit Angeln und Ruhe sowie durchatmen und entspannen.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 0,5 Sekunde bei Blende 11-2/3. 0.3 ND Grauverlaufsfilter.

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Bild des Monats - Eider Nebel

Juli 2012 – Was für ein Sommermorgen! Als ich den Waldweg Richtung Eidertal entlanglief und den Nebel auf den Wiesen rund ums Wasser liegen sah, traute ich meinen Augen kaum. Mit Nebel hatte ich nun gar nicht gerechnet. Kurz vorher war davon weder etwas zu sehen noch zu erahnen. Die Schwäne waren dann allerdings die „Sahne auf dem Kuchen“. Gemütlich ließen sie sich mit ihren Küken von der Strömung Flussabwärts treiben. Das hieß schnell sein – ziemlich schnell. Nicht nur ich, sondern auch die Belichtungszeit. Einen gemütlichen Zweisekünder, den ich im Auge hatte (bzgl. Tiefenschärfe) konnte ich komplett vergessen. Blitzartige ging es los: Stativ aufbauen, Kamera aus dem Rucksack, Auslösekabel anschrauben, Filterhalterung montieren, Standort suchen (und zwar so, dass die Eider und die Schwäne komplett zu sehen sind – nicht nur Köpfe), , Entfernung schätzen und einstellen, Licht messen, Filter aus der Tasche kramen und einsetzen, auf die Schwäne warten, alles noch mal kontrollieren, auslösen, Film weiterspulen, 20 Meter weiterrennen (und das meine ich wörtlich), zweite Variante anpeilen, Stativ einrichten, wo sind die Schwäne?, auslösen. Durchatmen. Das war’s.
Das ist das Glück des Tüchtigen, auch wenn man früh, sehr früh aufstehen muss. Ich liebe meinen Job.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 0,5 Sekunde bei Blende 16. 0.3 ND Grauverlaufsfilter.

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Bild des Monats Juni 2012

Juni 2012 – Hatte ich schon einmal das Thema Fotografen-Glück angesprochen? Garantiert. Na denn, nun noch mal: Zufall? Glück? Muss man sich erarbeiten, damit das Glück überhaupt eine Chance hat. Zuhause vor dem Computer wird „Lady Luck“ wohl eher selten vorbeikommen. Draußen aber, kann ich noch so rigoros nach meinem grandiosen Plan vorgehen. Ein offenes Auge für das, was um mich herum geschieht und schon finde ich mich in einer -natürlich- völlig ungeplanten Situation wieder. Vater & Sohn beim Fotografieren der MS Deutschland und dann noch ein Holstein Kiel Trikot. Was soll ich sagen? Wie gestellt.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 8tel Sekunde bei Blende 16. 0.3 ND Grauverlaufsfilter.

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Bild des Monats Mai 2012 Rathaus

Mai 2012 – Ein Kiel-Klassiker-Blick. Über den kleinen Kiel in Richtung Rathaus-Ensemble. Ein weiterer Klassiker-Blick wäre vom Isiongebäude Richtung Hörnbrücke. Beides die einfachsten, unkompliziertesten aber ungeheuer elegantesten Perspektiven, die man sich in Kiel vorstellen kann. Da kann selbst die ungeliebte HSH Nordbank noch so unbeliebt sein, bei dem Licht macht sie eine formidable Figur – so in der linken Ecke (das möchte ich jetzt nicht politisch verstanden wissen – kurz vor der Wahl). Bei Panoramen sind die Ecken eine wichtige Komponente. Oft wird nur auf den Mittelpunkt eines Bildes geachtet und –zack- sind die Ecken tot. Schwerer Fehler. Viva la esquina.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 1 Minute bei Blende 22. 0.3 ND Grauverlaufsfilter.

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Bild des Monats April 2012 Louisenlund

April 2012 – Eine auf den ersten Blick unspektakuläre Aufnahme. Aber aufgepasst! Dieses Grün! Nur für kurze Zeit schreit es geradezu um Aufmerksamkeit. Die noch recht frische Frühlingsluft, ein leichte Brise, ein wolkenloser Himmel (in diesem Fall kann man auf Wolken verzichten) – jetzt sollte man sich Zeit für die Natur nehmen. Nicht im ausgedörrten August, wenn Gräser und Blätter einen höheren Grauanteil besitzen und von der Sonne ausgelaugt kraftlos an der Mutterpflanze hängen. Zu keiner Zeit ist das Grün klarer, saftiger, neonfarbiger. Jetzt ist die Zeit. Jetzt. Nicht nur im Louisenlunder Moor an der Schlei, überall im Land. In diesen Fall sollte man allerdings besser an Land und nicht auf dem Wasser sein. Ach ja, für alle Besserwisser: Keine PS-Farbsättigung, das Grün ist real.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 1/8tel Sekunde bei Blende 22,5. 0.3 ND Grauverlaufsfilter.

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Bild des Monats März 2012

März 2012 – Der März ist in der Regel ein belangloser Monat – aus fotografischer Sicht. Nichts los in der Natur, natürlich nur oberflächlich betrachtet. Aber solange wir nicht mitten in den Grassoden Fotos machen können, begnügen wir uns halt mit der Oberfläche. Wie so oft im Leben. Was also tun? Möglichst wenig braun-grauer-Matschboden und braun-schwarze Bäume ins Bild rücken. Die Natur also außen vor lassen. Ein guter Tipp für einen Landschaftsfotografen. Da muss die Fehmarnsundbrücke –auch Kleiderbügel genannt- für ein märzmäßige Aufnahme herhalten. Worauf man achten sollte ist der Sonnenuntergangswinkel. Es macht schon Sinn, wenn die Sonne hinter der Brücke untergeht und nicht noch weiter nördlich Richtung Altenteil.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 2 Minuten bei Blende 22. 0,6 ND Grauverlaufsfilter.

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Bild des Monats Feb 2012 Arnis

Februar 2012 – Ein Bild wie es Astrid Lindgren nicht besser in unseren Köpfen hätte entstehen lassen können. Nur, dass das nicht Schweden ist, sondern Arnis. Eine winterliche Idylle par excellence. Man kann also auch seinen Frieden mit dem Winter schließen und ihn genießen.  So idyllisch es zum Schlittschuhlaufen, Eisstockschießen und Eishockeyspielen auch sein mag, die Aufnahme macht sich nicht von allein. Da hätten wir Schnee, Sonne & Schatten. Bestens geeignet für eine Fehlbelichtung. Das Drama kann beginnen: Der Helligkeitsunterschied zwischen Schatten und Sonne beträgt locker drei Blenden. Aber da der Schnee in der Sonne stark reflektiert schießt der Belichtungsunterschied durch die Decke. Bitte beachten: Die Häuserreihe rechts im Bild. Schatten satt, links davon das freie Schneefeld in der Sonne. Die Vorgehensweise: die dunklen Stellen ausmessen, Mittelwert bilden mit den hellen Stellen verrechnen. Eine Brise Überbelichtung dazu, aber nicht zuviel, dann sollte es passen. Oder auch nicht. Bei Astrid Lindgren saß auch nicht jeder Satz auf Anhieb.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 1/15tel Sekunde bei Blende 11. 0.6 ND Grauverlaufsfilter.

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Pure Panoramen Januar

Januar 2012 – Da der diesjährige Winter bis dato weder Eis noch Schnee brachte, dafür aber jede Menge Stürme, ist das Januarbild auch ein eher untypisches Winterbild. Aber was heißt heute schon untypisch? Wenn sich die Wetterlage so wie in den vergangenen Jahrzehnten (Ausnahme vergangenes Jahr) entwickelt, wird es wohl Mitte bis Ende Januar kalt und wird den –zumindest von mir- erhofften Schnee bringen. Solch graues Winterwetter ist dennoch ein gutes Beispiel dafür, dass Grau nicht langweilig sein muss. Oder anders ausgedrückt: bei Sturm lassen sich spannende Motive finden. Weit ab jeglicher Postkartenromantik bietet „dreckiges Wetter“ viel Spielraum für authentische Aufnahmen. Und authentischen Stress. Da stand ich also im Hagel, den die Schlechtwetterfront vor sich her schob, Kamera mit einem Handtuch gegen das Wetterunbill abgedeckt, hoffend das es für einen kurzen Augenblick nachlassen möge. Dann muss aber noch die Wolkenfront in der richtigen Position sein, mal wieder war Geduld und Glück gefragt. Gut, ein stabiles Stativ, das höhere Windstärken standhält ist fast noch wichtiger. Ich war also ununterbrochen damit beschäftigt, vor und nach jeder Aufnahme den Filter vor’m Objektiv sauber bzw. trocken zu reiben- Möglichst so, dass sich keine Schlieren bilden- die sieht man hinterher gnadenlos. Da hilft nur eins: mit möglichst wenigen Versuchen auskommen. In diesem Fall brauchte ich zwei; eine hellere und eine etwas dunklere Variante.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mmm. Belichtung: 4 Sekunden bei Blende 11. 0.6 ND Grauverlaufsfilter.

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Pure Panoramen Kappeln Februar

Dezember 2011 – Ich muss ehrlich sagen, dass die Region um die Schlei eine der interessantesten Gegenden im schönen Schleswig Holstein ist. Hinter jeder Flussbiegung bietet die Schlei eine gänzlich andere Atmosphäre – ver-rückt sozusagen. Aus der Welt gefallen? Ein bisschen pathetisch, aber nicht unpassend, vor allem in der Weihnachtszeit. Kappeln ist da ein gutes Beispiel. Bei solchen Aufnahmen sind nicht die dunklen Bildpartien problematisch, sondern –wer hätte es gedacht- die hellen. Wie immer gilt: Hell und dunkel so zu belichten, das sie in einem ausgeglichenen Verhältnis zueinander stehen. Mitunter schwierig, wenn’s aus kompletter Dunkelheit in das Restlicht des Sonnenuntergangs  geht. Und dann noch Straßenbeleuchtung dazwischen und die filigran beleuchteten Tannenbäume nicht zu vergessen. Schöne Bescherung.

Objektiv: 105mm, Belichtung: 1 Minute bei Blende 22, 0.6ND Grad.

Pure Panoramen Oktober

Oktober 2011 – Die Sonne geht, der Wind kommt. Kurz und knackig ist damit der Herbst beschrieben. Gut, ein, zwei charmantere Nuancen hat der Herbst schon zu bieten – selten aber direkt am Wasser. Die Tage der Strandkörbe sind nun wirklich gezählt. Also, die Chance nutzen bevor der Strand gähnend leer ist, denn die Trutzburgen bilden einen ruhigen Gegenpol zu den ziehenden Wolken. Wie soll man Wind fotografieren? Es bleiben nur Wasser oder Wolken – zwei wichtige W’s. Hier also Wolken. Um tagsüber lange Belichtungszeiten zu realisieren braucht es „schweres Geschütz“, sprich einen Big Stopper, der die Zeit um das 10fache verlängert und einen starken Grauverlaufsfilter, damit bei 4 Minuten (plus eine genau auszurechnende Überbelichtung) der Himmel nicht „abraucht“.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 4 Minuten bei Blende 16.5. 0.9ND Grad + Big Stopper

Pure Panoramen September

September  2011 – Wenn Bilder riechen würden, wäre dies das optimale Sujet. Sonnenaufgang an einem feuchten, leicht vernebelten Spätsommertag, natürlich, an der Kieler Förde. Das Wasser verströmt schweren süßen, dennoch leicht feuchten Geruch.  Algen, Seegras, Luftfeuchtigkeit erzählen von einer schwülen Nacht während die aufkommende Temperatur einen traumhaften Sommertag verkündet, der für mich kaum besser beginnen könnte. Der Geruch lässt Erinnerungen an viele Reisen hochkommen, viele Meere an denen ich morgens stand oder in denen ich schwamm. Erstaunlich, wie nuanciert als auch identisch die verschiedenen Weltmeere riechen, sei es Atlantik, Pazifik oder Ostsee. Ein weiterer, wenn auch nur subjektiv errochener, Beweis für Kiels Internationalität. Ach ja, kein Photoshop…

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 1/15tel Sekunde bei Blende 22. 0,6 ND Grad

Pure Panoramen August

August  2011 – Über das Wetter jammern wäre so, als wenn man sich als Fischer darüber beschwert, dass das Wasser nass ist. Es ist schlichtweg zwecklos. Als Fotograf muss man sich dem Wetter anpassen und es –wenn nötig- aussitzen. Oder besser gesagt: Der Himmel macht die Landschaft. Bei der Aufnahme an der Eider im Süden Kiels wurde ich mehr als einmal nass bevor die Stimmung passte. Auf das richtige Licht warten ist Teil des Spiels – genauso wie schwere Rucksäcke schleppen. Bei solch starken Kontrasten im Himmel braucht es nur eine kleine „Aufmunterung“ durch den leichtesten aller Grauverlaufsfilter. Denn wenn das Licht stimmt müssen keine Regler mehr betätigt werden, damit das Bild nach was aussieht.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 1 Sekunde bei Blende 22. 0,3 ND Grad

Pure Panoramen Juli

Juli  2011 – Während im vergangenen Newsletter nichtvorhandene Wolken ein Thema waren, sind es diesmal vorhandene. Aber dafür keine Sonne. Irgendwas stimmt ja meistens nicht. Der Angler wird bestimmt seine eigene Meinung zu diesem Thema haben. Aber der Herr ist nicht unser Thema. Auch nicht die entspannte, sonntägliche, morgendliche Stimmung. Ja, es stimmt, es geht auch ohne Espresso und ohne Sonne. Schon näher am Thema. Bilder ohne Sonne. Die funktionieren nur unter bestimmten Voraussetzungen: Ein strukturierter Himmel ist von Vorteil, blaue Tupfen sind noch besser – so wie hier das abziehende Sonnenloch. Eine spiegelnde Fläche öffnet das Bild nach oben und wirkt damit gegen die tiefen Wolken, die das Bild nach unten drücken. Die Belichtung ist in der Regel einfacher als bei sonnigen Bedingungen, da das neutrale Grau (18%) die Szenerie beherrscht. Trotzdem muss man auf die dunklen Partien Obacht geben, sonst rauschen die in den Keller. Da hilft dann auch keine Spiegelung mehr.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 1/2 Sekunde bei Blende 16. Kein Filter.

Pure panoramen Juni

Juni 2011 – Im Normalfall machen Wolken den Himmel erst interessant. So, so. Bedeutet dann der Umkehrschluss, dass ein Himmel ohne Wolken ein uninteressanteres Endprodukt liefert? Ich muss gestehen: oft. Leider kann man sich einen Himmel voller wilder Kumuluswolken zwar wünschen, aber oft spielt die Realität –besonders zu bestimmten Anlässen, wie hier zur Kieler Woche- ihr eigenes demütigendes Spielchen. Man muss nehmen was einem angeboten wird. Wenn der Himmel nicht mitspielt, dann hält halt der Boden her. Ein etwas tieferer Standpunkt lenkt den Betrachter vom trostlosen Himmel ab, impliziert durch den sich im Wind bewegenden Weizen tolle Segelbedingungen und schon hängt der Himmel voller Geigen. Es sei denn, man mag solche Bilder überhaupt nicht. Aber dann kann ich ihnen auch nicht helfen.

Fuji GX 617. Objektiv: 180mmm. Belichtung: 1/30 Sekunde bei Blende 22. 0,3ND Grad.

Pure Panoramen Mai

Mai 2011 – Die aufwendigste Arbeit ist bereits geschehen, wenn man auf den Auslöser drückt. Idee, Vorbereitung und Umsetzung lautet das Motto. Wie schon im vergangenen Monat angesprochen braucht man eine solide Idee der Aufnahme (In diesem Fall musste ich mal nicht improvisieren). Nun folgt die konsequente Umsetzung seines Ursprungsgedanken: Jahreszeit, Wetter und Zeitpunkt. Das, im Sommer die Tage länger sind bestätigt sich hier auf ungnädigste Weise. Sonnenaufgang um fünf Uhr bedeutet um vier vor Ort sein und –noch fieser- um drei Uhr aufstehen. Aber was macht nicht alles, um das Foto vor dem inneren Auge Realität werden zu lassen. Die Steilküste zwischen Bülk und Marienfelde leuchtet nur wenige Minuten in diesen Farben. Der Sonnenstand kurz nach dem Aufgang über dem Horizont ist der beste Zeitpunkt für diese Aufnahme. Zwei Minuten später hat das Licht seine Intensität verloren. Das ist der Unterschied zwischen „taking and making“. Zwischen nehmen und machen. Zwischen fotografieren und knipsen. Die Belohnung: Espresso im Strander Hafen (nachdem man angemessen gewartet hat).

Fuji GX 617. Objektiv: 180mmm. Belichtung: 1 Sekunde bei Blende 22. 0,6ND Grad.

Pure Panoramen April

April  2011 – Wie soll eine Aufnahme aussehen bzw. was soll enthalten sein? Eine gute Idee wäre es, sich vorher darüber Gedanken zu machen. So sähe es der Normalfall vor. Wenn man aber vor Ort in unvorhersehbare Situationen gerät, so wie hier in Friedrichsort, heißt das Zauberwort: Improvisieren. Nix mit Ruhe kurz vor Sonnenaufgang. Stattdessen ein Wagen der Stadtreinigung, der alle naselang stehenblieb, den Motor laufen ließ und weiterfuhr, um dann 20 Meter weiter die Prozedur zu wiederholen. Kurze Überlegung: Bis der Wagen aus dem Bild gefahren wäre, wäre das brauchbare Licht weg. Heißt: Den Wagen einbauen und dessen Scheinwerfer als Lichtquelle nützen. Eine fahrende Taschenlampe also. Die Leuchtspur eines Schiffes gibt’s gratis dazu. Wunderbar.

Fuji GX 617. Objektiv: 90mmm. Belichtung: 4 Minuten bei Blende 22. 0,3ND Grad.

Pure Panoramen März

März 2011 – Licht ist wichtig. Ohne vernünftiges Licht wird selbst das spannendste Motiv zu einem lahmen Bild degradiert. Oder umgekehrt. Weiches, hartes direktes oder indirektes diffuses Licht, 5500 Kelvin am Mittag oder 2.000 Kelvin am Morgen und/oder Abend. Kaltes Neonlicht bei Nachtaufnahmen verhält sich anders als goldenes Licht beim Sonnenuntergang. Nuancen sind so fein und vielschichtig, dass es einer permanenten Veränderung unterworfen ist. Jede Aufnahme ist eine Symbiose, aus dem was die Natur anbietet und dem Input des Fotografen. Wenn alle Komponenten zusammenpassen präsentiert sich auch Kiel’s „Skyline“ auf internationalem Niveau. Nur einer von vielen Lichtblicken.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mmm. Belichtung: 1 Minute bei Blende 22. Filter: 0,3ND Grad.

Pure Panoramen Februar

Februar 2011 – Lady Luck in Holtenau. Manchmal findet man sich als Fotograf in Situationen wieder, die man gar nicht vorhersehen kann. So geschehen bei diesem Motiv. Eigentlich war ich an der Schleuse um Nebelaufnahmen zu machen. Okay, machte ich auch. Aber. Nachdem ich mein Zeug schon im Auto verstaut hatte, blinzelte die Sonne durch allgemeine Nebel-Wolken-Gemisch. So schnell ich konnte sammelte ich mein Zeug wieder zusammen und rannte zurück an meinen ehemaligen Standpunkt. „Natürlich“ musste ich das Objektiv wechseln, Film einlegen, Filterhalter und Filter (ohne messen, da es schnell musste), Stativ aufbauen, Kamera rauf, Licht messen, Blende einstellen und Objektiv spannen. Ich schaffte gerade einmal zwei Aufnahmen, dann stellte die Sonne ihren Dienst wieder ein. Mein Glück währte nicht länger als fünf Minuten. Wenigstens die Aufnahme bleibt.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mmm. Belichtung: 1/4 Sekunde bei Blende 22. 0,3ND Grad.

Pure Panoramem Januar

Januar 2011 – Guter Ausblick auf’s neue Jahr. Selbst im Alten Botanischen Garten. Das Knifflige an dieser Aufnahme ist der hohe Kontrastumfang. Während der Turm (zumindest auf der Sonnenseite) fröhlich in der Sonne rumsteht, bestehen die Bäume auf der rechten Seite und die Turmschattenseite überwiegend aus überflüssigem Schatten. Hinzu gesellen sich die Reflexe des Schnees und schon befindet man sich inmitten eines Belichtungsmarathons. Reflexe mindern, Schatten aufhellen, aber bitte schön den Himmel in vollem Blau. Da hilft zuerst mal ein Polfilter. Und den Mittelwert aus hellen und dunklen Passagen. Das passt meistens. Allerdings muss man beim Polfilter und Schnee immer überlichten… So einfach wie das Bild aussieht ist es dann doch nicht. Vor allem, wenn ich ewig auf zwei Leutchen warten muss, die das Bild erst komplett machen.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mmm. Belichtung: 1/4 Sekunde bei Blende 22. Polfilter.

Pure Panoramen Dezember

Dezember 2010 – Dies ist zwar kein klassisches Weihnachtsbild. Kein Baum, keine Lichterketten, keine Lebkuchen, kein Glühwein. Allenfalls eine weihnachtliche Lichtstimmung, mitsamt seiner eigenen Geschichte. Auch hier fehlen der Stall, drei Könige und besagtes Kind. Dafür gabt’s einen Jogger. Bei dieser Aufnahme stand ich auf dem Fußweg gegenüber der IHK. Natürlich mitten in der Mitte. Ein joggender Feierabendler kam den Kleinen Kiel entlang und lief Richtung Kamera. Ich dachte noch, der wird das Riesenstativ samt Kamera doch wohl sehen!? Falsch gedacht. Er rannte voll hinein. Ich bekam gerade noch das Stativ zu greifen, kurz bevor es auf dem Boden aufgeschlagen wäre. Nicht nur der Jogger joggte, anscheinend auch seine Gedanken. Er hatte meinen Aufbau komplett übersehen. Kann ja mal passieren… Erraten, das ist nicht die Originalaufnahme, sondern das Bild danach. Besagtes Bild sieht äußerst kreativ aus. Die zweite Anekdote: Die Batterie des Belichtungsmessers war leer. Und typischerweise hatte ich keinen Ersatz dabei, so musste ich die Belichtungszeit schätzen. Gut getroffen. Darauf einen Glühwein.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mmm. Belichtung: 45 Sekunden bei Blende 22. 0,3 ND Grad Filter.

Pure Panoramen November

November 2010 – Solche Belichtungssituationen fördern Magengeschwüre. Zumindest für Fotografen die das per Hand belichten. Aber auch Automatikjungs werden ihre Schwierigkeiten mit der automatischen Messung bekommen. Denn die arbeitet rational wie Computer nun mal arbeiten. Das heißt: viel dunkel, also viel belichten. Und zack, sind die hellen Feinheiten im dunklen Vordergrund weg sowie der komplette Hintergrund in der Sonne wäre ausgeblichen. Und die Sonne an sich? Also Gegenlicht. Auch das noch. Dann muss man unterbelichten. Aber nicht zuviel, denn sonst ist alles zu dunkel. Und alles geht von vorn los…

Fuji GX 617. Objektiv: 105mmm. Belichtung ½ Sekunde bei Blende 22. 1 Blende unterbelichtet. Kein Filter.

Pure Panoramen Oktober

Oktober 2010 – Dies ist ein ungeplantes Motiv. Passiert manchmal. Eher hatte ist es auf die Steilküste um die Ecke im Morgenlicht abgesehen. Es zahlt sich immer aus, frühzeitig vor Ort zu sein. Denn wenn das Licht da ist, will ich fotografieren und nicht anfangen, zu überlegen was ich wohl aufnehmen könnte. Solche ungeplanten Motive müssen trotzdem gut überlegt und schnell durchgeführt sein (damit noch Zeit für das eigentliche Motiv bleibt). Standort finden. Kamera aufbauen. Licht messen. Das Licht ändert sich permanent während des Belichtens. Gerade mal Zeit für zwei Aufnahmen. Eine passt. Weiter zum geplanten Motiv. Zwei neue Motive in drei verschiedenen Varianten. Insgesamt vier neue Aufnahmen. Danach Espresso im Hafen. Durchaus ein perfekter Tagesbeginn.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 2 Minuten bei Blende 22. 0,6ND Filter.

Pure Panoramen September

September 2010 – Was macht ein Fotograf wenn er auf den Aufgang des Vollmonds wartet? Fotografieren natürlich. Mein Faible für –vorsichtig ausgedrückt- längere Belichtungszeiten samt Bewegungsunschärfen, macht auch vor Schiffen nicht halt. Ganz im Gegenteil. Die lassen sich prima darstellen – richtiges Timing vorausgesetzt. Die Geschwindigkeit des Schiffes gehört ebenso dazu, wie den Beginn und das Ende der Leuchtstreifen. Damit einhergehend muss ich die Belichtungszeit schätzen (wie lange braucht das Schiff um einen bestimmten Weg zurückzulegen?) plus Blende, die ihrerseits die Schärfentiefe inkl. Belichtungszeit beeinflusst. Und das innerhalb von ca. 30 Sekunden. Sonst ist das Schiff weg. Looking & Learning. Und der Vollmond? Den nahm ich dann hinterher auf. Schwierigkeiten mit dem einzigen natürlichen Erdsatelliten stehen allerdings auf einem anderen Blatt bzw. Newsletter.

Fuji GX 617. Objektiv: 180mm. Belichtung: 15 Sek. bei Blende 22.

Pure Panoramen August

August 2010 – Entgegen der weitläufigen Meinung, dass man mit unhandlichen Panoramakameras nur „stehende Landschaften“ aufnehmen kann, können die behäbigen Dinger auch sportlich eingesetzt werden. Natürlich ohne Stativ. Was braucht man noch? Einen höherempfindlicheren Film, hier 400 ASA und eine ruhige Hand bzw. Körper, der das Schwanken des Bootes ausgleicht. Ein bisschen fummelig ist das Ausrechnen der Hyperfokaldistanz, also der Schärfenebene. Sich bewegende Motive haben die Angewohnheit sich zu bewegen. Mit anderen Worten: rein und raus aus dem scharfen Bereich. Aber hier hilft wie so oft Erfahrung. Und eine aufgeräumte Bildaufteilung. Das macht das Bild geometrischer.

Fuji GX 617. Objektiv: 180mm. Belichtung: 1/250 Sek. bei Blende 16.

Pure Panoramen Juli

Juli 2010 – Vor Ort zu sein ist nicht gleichbedeutend mit Glück haben. Vielmehr heißt es vorauszuahnen, was wann wo wie geschehen wird. Wenn einem das kapriziöse Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht. Wie so oft wird das Leben eines Fotografen vom „vor Ort sein“ zum Zeitpunkt des Sonnenauf- bzw. -untergangs (fast schon) dominiert. Die “Blue Hour” (blaue Stunde) wird zur photographischen “Happy Hour“. Diese Aufnahme ist eine Variante des Bildes, das ich in meinem Buch verwendete. Wenn man vor Ort gute Aufnahmebedingungen vorfindet sollte man sie so gut wie möglich ausnützen. Es sei denn, das Motiv gibt es nicht her. Dieses schon.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 3min. bei Blende 22.

Pure Panoramen Juni

Juni 2010 – Auch wenn der Juni quasi der „Kieler Woche-Spezial-Monat“ ist, findet man gleichwohl noch andere sommerliche Highlihgts. Als da wären Erdbeeren, Spargel, Heuschnupfen, Wassertemperaturen über 12 Grad und aufgrund der Wetterlage ein bisschen nach hinten rausgeschoben: Raps. Jedes Jahr befällt Tausenden von Fotografen eine hektische Unruhe: Nur nicht den besten Zeitpunkt verpassen. Wo fahre ich hin? Ins Landesinnere? Ans Meer? Wo sind die besten Felder dieses Jahr? Nicht unbedingt einfacher wird die Bilderhatz, aufgrund der jährlich wechselnden Felder. Gelb scheint in diesem Fall der ansonsten wichtigsten Farbe Rot, den Rang abzulaufen. Zu dumm, dass viele Bäume an den Rapsrändern zu diesem Zeitpunkt noch nicht blühen. Daher die oft etwas blass und kränklich wirkenden „Baumgerippe“. Alles egal, Hauptsache Gelb.

Fuji GX 617. Objektiv: 180mm. Belichtung: 1/8 Sek. bei Blende 22. Schärfe bei 3 Meter.

Pure Panoramen Mai

Mai 2010 – Spannende unverbrauchte Blickwinkel sind heute selten zu finden. Es sei denn, man geht mit offenen Augen durch die Landschaft oder wie eine Photographenregel besagt: „Get your boots on“. Laufen, gucken, laufen, stehenbleiben, gucken, weiterlaufen. Warten. Auf Licht. Auf den richtigen Augenblick. Ich würde mal sagen, dass man als Fotograf ¾ seiner Zeit mit derartigen Begebenheiten verbringt. Wenn man die richtige Stelle gefunden geht’s gleich weiter; mit Objektivwahl, Bild einrichten, Licht messen, Filter anbringen, natürlich warten und immer wieder alle Einstellungen doppelt und dreifach kontrollieren. Das Bild letztlich, ist ratz fatz gemacht. Es sei denn man belichtet, wie bei diesem Motiv, sehr lange.

Fuji GX 617. Objektiv: 180mm. Belichtung: 10 Minuten bei Blende 22

Pure Panoramen April

April 2010 – Dieses Motiv fällt bei mir unter die Kategorie „drive by“, wobei es bei den beiden verschwommenen Schiffen bei der Einfahrt in die Schleuse eher „wash by“ heißen sollte. Eigentlich gar nicht eingeplant, sondern im Vorbeifahren entdeckt und aufgenommen – nicht die schlechteste Art und Weise zu Fotografieren. Die Nebelwand war schon dabei sich aufzulösen als ich auf dem Weg nach Falkenstein war. Bis ich allerdings gewendet hatte, über die Brücke zurück fuhr und nochmals wendete verging –für meinen Geschmack- zuviel Zeit. Gerade noch rechtzeitig hetzte ich vollgepackt mit Rucksack und Stativ zur Brückenmitte, richtete den Ausschnitt ein, maß das Licht und machte diese eine Aufnahme. Danach lichtete sich die Nebelsuppe soweit, dass es kein spannendes Motiv ergab. Normale Schleusenfotos gibt es schließlich zu Hauf.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 10 Sekunden bei Blende 22#

Pure Panoramen März

März 2010 – Ich weiß, kaum einer mag noch Schnee und Eis sehen, ich bin da vielleicht noch eine Ausnahme. Mir kann es nicht kalt und eisig genug sein. Kein Wunder, wenn ein Motiv wie dieses vor mir liegt. Allein die Eisschollen in der Förde sind schon etwas besonders. In Zusammenarbeit mit klarem Himmel, kalten Temperaturen und –natürlich- der Sonne wird es fotografisch spannend. Anfangs bemerkte ich –ehrlich gesagt- die sich von der Strömungen bewegenden Eisschollen gar nicht. Erst nach einigen Minuten. Besser spät als gar nicht oder „Zeit nehmen fürs Foto“. Was tun, um die Bewegung darzustellen? Zu lange belichten bedeutet, dass das Schiff im Hintergrund extrem unscharf würde. In diesem Fall: aufs Gefühl verlassen; unter Zuhilfenahme eines Polfilters und des 0,3 ND Grauverlaufsfilters. Passt. Pathetisch ausgedrückt könnte man sagen, die Strömung schwämmt den Winter davon…

Fuji GX 617. Objektiv: 180mm. Belichtung: 0,5 Sekunden bei Blende 22.

Pure Panoramen Februar

Februar 2010 – Wie sagt man so schön: Wassersport ist Motorsport. Ob das auch für Angler gilt? Als ich im Halbdunkel durch das alte Marinearsenal an den kleinen Strand stolperte, blickte ich direkt ins gleißendes Sonnenlicht aus dem zu meiner Verwunderung eine Stimme meinen Namen rief. Sören hatte ich hier nun als allerletzten Menschen erwartet, obwohl seines Zeichens Angler und immer auf der Suche nach dem perfekten Biss. Vielleicht ist das ähnlich wie beim Fotografieren: kalte Temperaturen und klare Luft bringen die besten Ergebnisse. So standen wir stundenlang einträchtig nebeneinander, jeder in seinem Element. Von Kälte kaum eine Spur, eher von direktem Gegenlicht, das gebändigt werden musste. Am Besten mit einer Kombination aus 0,3 und 0,6 ND Grauverlaufsfilter.

Fuji GX 617. Objektiv: 90mm. Belichtung: 15 Sekunden bei Blende 8

Pure Panoramen Januar

Januar 2010 – Ich gebe es zu. Das Bild nahm ich nicht im vergangenen Januar auf, sondern im März und dann auch noch ein Jahr früher. An sich nicht besonders, allerdings lag 2008 extrem wenig Schnee. Wenn ich behaupten würde, man könne die Tage an einer Hand abzählen, wäre es sicherlich schon übertrieben. An diesem Morgen blieb der Schnee immerhin bis ca. 9:30 Uhr liegen. Wenig Zeit also, um winterliche Motive zu finden. Nachdem ich vorher am Kleinen Kiel war, düste ich noch schnell in die Forstbaumschule. Wald ist bei Schnee immer eine gute Alternative –vor allem wenn es schnell gehen muss. Dort liegt er länger als auf den Straßen. Fast könnte man meinen den Weihnachtsmann gäbe es doch. Ein rotes Etwas verschwindet im Nichts. Es bewahrheitet sich einmal mehr: Rot ist die wichtigste Farbe innerhalb einer Aufnahme. Diesmal: Keine Filter, kein Nichts. Selbst kein Weihnachtsmann. Nur eine Dame die mit ihrem Hund ein paar Stunden Schnee genoss. Zeit für einen warmen Kaffee für den frierenden Fotografen.

Fuji GX 617. Objektiv: 90mm. Belichtung: 1 Sekunde bei Blende 32.

Pure Panoramen Dezember

Dezember 2009 – Ein typisches Weihnachtsmotiv findet sich in Kiel ebenso schwierig wie Sternschnuppen am Heiligen Abend. Keine klirrende Kälte, kein Schnee, dafür viel Nieselregen. Also nix mit bajuwarisch-traditionellen, blau-weißen Klischeefarben – mit Glück ein aufgelockerter Himmel wie hier in der Dänischen Straße. Eine weihnachtliche Ausnahme, obwohl die Bäume nicht geschmückt sind. Lichterketten allerdings vermitteln die passende Jahreszeit. Etwas romantischer wird die Aufnahme durch das aus dem Bild fahrenden Auto, das mitten in der Belichtung los fuhr (planen kann man so etwas kaum). Auf der Bank am Baum auf der rechten Bildseite sieht man noch zwei Menschen sitzen die durch längere Belichtungszeit zu Schatten mutieren. Die restlichen Fußgänger sind nicht mehr zu sehen – Bewegung macht unsichtbar. Um die Helligkeitsunterschiede im Himmel und der Straße auszugleichen benutzte ich einen Grauverlauffilter.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Belichtung: 2 Minuten bei Blende 22.

Pure Panoramen November

November 2009 – Für diese Aufnahme bin ich mehrmals nach Schilksee gefahren, denn zum einen muss die Sonne an der richtigen Stelle stehen und zum anderen muss der Wind muss stark genug sein, damit das Wasser in seiner Bewegung verwischt dargestellt wird. Auch dürfen keine Wolkenschatten einzelne Bildbereiche abdunkeln. Starker Wind hat aber den Nachteil, dass er, gerade bei langen Belichtungszeiten, auch auf die Kamera trifft. Unter Umständen kann es zu Verwacklungsunschärfen führen, die die Aufnahme zerstören würden. So musste ich mit meinem Körper die Kamera schützen. Da mir das Licht nicht weich genug war, benutzte ich einen mittleren Warm-Up Filter. Damit ich auch bei Tageslicht eine genügend lange Belichtungszeit erreiche, musste ich zusätzlich einen dreifachen Graufilter und einen Polfilter einsetzen. So konnte ich mit Blende 22 arbeiten, um auch im vorderen Bildteil genügend Schärfenteife zu erlangen.

Fuji GX 617. Objektiv: 180mm. Belichtung: 3 Sekunden bei Blende 22.

Pure Panoramen Oktober

Oktober 2009 – Am Volkspark in Gaarden fährt man schnell vorbei. Dabei gäbe es hier viel zu entdecken. Man muss nur hinschauen. Im Oktober, wenn sich die Blätter Rot färben (allerdings nur, wenn es genug Regen gab) und ein kühler Wind durch die noch warme Luft streift, bemühte ich mich -trotz weniger Menschen- Bewegung ins Bild zu bekommen. Da kamen die sich im Wind bewegenden Blätter, die dem Bild einen Rahmen verleihen, gerade recht. So strahlt die Aufnahme Bewegung und Ruhe gleichermaßen aus.

Fuji GX 617. Objektiv: 105mm. Blende: 22. Belichtung: 1/4 Sekunden.